Montag, 31. Dezember 2007

Unsere Geduld ist am Ende - Vorzeigemoslems am Rand des Nervenzusammenbruchs

Der Anlass ist- aus deutscher Sicht- banal. Ein Tatort, eine erfundene Geschichte. Sex and crime. Ein Vater der seine Tochter missbraucht. Die Tochter, die sich zu schützen versucht, indem sie dem liberalen alevitischen Islam (gleichberechtigte Frauen, kein Kopftuch) den strengeren sunnitischen Islam (unterdrückte Frauen, Kopftuch) vorzieht.

Die Handlung des Krimis ist nicht wichtig, gesehen hat ihn wohl kaum jemand der Protestierenden. Das Reizwort heißt Inzest - Inzest in einer alevitischen Familie. Die alevitische Glaubensgemeinschaft reicht eine Klage wegen Volksverhetzung ein, in Berlin und Köln demonstrieren Tausende gegen die ARD, mit dem Grundgesetz in der Hand, aber auch mit Plakaten, auf den "Unsere Geduld ist am Ende" oder "Es reicht" steht. Verlangt wird offizielle Entschuldigung der für die Ausstrahlung des Tatorts Verantwortlichen.

Die Wut der Aleviten ist nachvollziehbar, wenn man die Bedeutung des Inzestvorwurfs in der Geschichte dieser Glaubensrichtung kennt und darüber hinaus die gespannten Beziehungen zwischen Sunniten und Aleviten in der Türkei berücksichtigt. Seit Jahrhunderten haben die Gleichberechtigung in der Ausübung des Glaubens und die gemeinsame Teilnahme von Männern, Frauen und Kindern an religiösen Ritualen den Aleviten den Vorwurf des "Inzests" eingetragen, oft verbunden mit blutiger Verfolgung. Das Stigma des Inzests klebt an den Aleviten wie das der Brunnenvergiftung an den Juden. Ein Tatort mit einem brunnenvergiftenden Juden der nebenbei christliche Kinder abschlachtet am Sonntagabend um 20:15 im Ersten? Undenkbar. Zu Recht.

Der Vergleich, der auf den ersten Blick überzeugend erscheinen mag, ist weit hergeholt.

1. Was ist Inzest? Sexuelle Handlungen zwischen (nahen) Verwandten. Ja, aber es gibt auch andere Auslegungen, wie bei Spon deutlich wird: "Nach Ansicht einiger Vertreter der Gemeinschaft bestätige der Inhalt des "Tatorts" eine alte Unterstellung seitens der sunnitischen Muslime, die Aleviten betrieben in ihren Gemeinden Inzest, indem sie religiöse Rituale gemeinsam mit Frauen und Kindern exerzierten. Die Vorwürfe stammten aus der osmanischen Zeit und hätten die Unterdrückung des Alevitentums zum Ziel gehabt."
Der Vorwurf des Inzests gegen die Aleviten bezieht sich also nicht auf sexuelle Verhältnisse zwischen Verwandten oder die sexuelle Misshandlung von Kindern, sondern auf das gemeinsam vollzogene religiöse Ritual.

2. Wie unbekannt der angeblich so weitverbreitete Inzestvorwurf gegenüber den Aleviten ist, zeigt die Reaktion der Drehbuchautorin und Regisseurin Angelina Maccarone: "Ich bin nicht auf dieses Vorurteil gestoßen und habe das dann für mich benutzt". Intensive Recherchen im alevitischen Milieu, die Zusammenarbeit mit türkischen Schauspielern - irgendwann hätte ihr doch mal jemand einen Tipp geben müssen, wie empfindlich gerade Aleviten auf den Inzestvorwurf reagieren.

3. Der Film richtet sich an ein deutsches Publikum, das von den in der Türkei grassierenden Vorurteilen keine Ahnung hat. Dargestellt wird ein fiktiver (!) Einzelfall. Ein Vater schwängert seine Tochter, die Tochter versucht zu entkommen und ist am Ende tot - nichts davon wird als normal oder repräsentativ für die alevitische Gemeinde dargestellt. Ein Verbrechen, ein Familiendrama - nichts, was den deutschen Tatortzuschauer zum Hass gegen die Aleviten aufstachelt. Der Vorwurf der "Volksverhetzung" ist lächerlich.

4. Seltsam nicht zuletzt die gemeinsamen Proteste von Sunniten und Aleviten. Wenn man fragt, wer den Aleviten das Stigma des Inzests aufgedrückt hat, dann heisst die Antwort nicht "die Deutschen" oder "die ARD" oder "der Tatort am 23.12.2007", sondern "sunnitische Türken". Mit denen sie jetzt gemeinsam protestieren. Über die Forderung nach einer offiziellen Entschuldigung der sunnitischen Türken für die reale Stigmatisierung und Verfolgung ist auch nichts bekannt...

Trotzdem wird den protestierenden Aleviten viel Verständnis entgegengebracht. Exemplarisch Lenz Jacobson in der Zeit:

Hier geht es nicht um leicht erregbare, orthodoxe Muslime. Die Gruppe, die hier demonstriert, vertritt die vielleicht liberalste Strömung des Islams. Aleviten sind die Lieblinge der Integrationspolitiker, sie sind aus europäischer Sicht sozusagen die Mustermuslime. Auf den Schildern der Kundgebung ist nichts zu lesen vom teuflischen Westen, kein drohendes oder feindseliges Wort ist zu hören. Stattdessen zitieren sie das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Und fast jeder der etlichen Redner auf der gut organisierten Kundgebung beginnt seinen Beitrag mit geradezu euphorischen Bekenntnissen zu Meinungs- Kunst- und Pressefreiheit. Hier kämpft nicht eine aggressive Religionsgruppierung gegen die Mehrheitsgesellschaft, hier kämpft eine weitgehend integrierte Bevölkerungsgruppe gegen Vorurteile.
Man kann darüber streiten, ob Aleviten wirklich "Mustermuslime" sind - wie eine Moslem seine Religion lebt ist schließlich seine Sache. Dass positiv hervorgehoben wird, es seien keine "drohenden oder feindseligen Worte" gegen "den Westen" zu hören oder auf Plakaten zu lesen, ist bedenklich. Als wäre eine Grossdemonstration vor dem Kölner Dom -wohlgemerkt am Sonntagvormittag, während im Dom die Messe noch nicht beendet ist- nicht überzogen genug. Sollen wir wirklich dankbar sein, dass ein Tatort keine Hass- und Gewaltausbrüche nach sich zieht?

Die "weitgehend integrierte Bevölkerungsgruppe" kämpft nicht gegen Vorurteile (von deren Existenz die große Mehrheit der Deutschen vor einer Woche noch keine Ahnung hatte), sie schürt sie.

Freitag, 28. Dezember 2007

Raubgut

Der schon ein paar Jahre zurückliegende Auszug der Juden aus Ägypten, könnte Anlaß für eine besonders bizarre Klage geben: die Rückforderung angeblich geraubter ägyptischer Güter, wie "Schmuck, Küchengeräte, Silberornamente und Kleidung" dazu mindestens (!) 320 Tonnen Gold. Jährlich verzinst mit 5 %. Da kommt nach 5758 Jahren ordentlich was zusammen, gezahlt werden soll in Raten - auf tausend Jahre verteilt.

Diesen Unsinn hat sich nicht etwa ein betrunkener amerikanischer Anwalt ausgedacht, sondern Dr. Nabil Hilmi, Dekan der Jura-Fakultät der Universität von Al-Zaqazig.

Hilmi sagt: „Selbstverständlich zweifeln die Juden diese Geschichte an, weil das in ihrem Interesse ist.“ Gleichwohl gebe es sogar in der Bibel (Exodus 35, 12-36) Hinweise auf diesen historischen Diebstahl. Quelle

Exodus 35, 12-36 enthält keinen Hinweis auf einen "historischen Diebstahl", die Opfergaben sollen ausdrücklich aus dem eigenen Besitz genommen werden:

35.4 Weiter sagte Mose zur ganzen Gemeinde der Soehne Israel:
Dies ist es, was der HERR geboten hat: 35.5 Nehmt aus eurem
Besitz ein Hebopfer fuer den HERRN! Jeder, dessen Herz willig
ist, soll es herbeibringen, das Hebopfer fuer den HERRN: Gold,
Silber und Bronze, 35.6 violetten und roten Purpur,
Karmesinstoff, Byssus und Ziegenhaar, 35.7 rotgefaerbte
Widderfelle, Haeute von Delphinen und Akazienholz; 35.8 Oel fuer
den Leuchter, Balsamoele fuer das Salboel und fuer das wohlriechende
Raeucherwerk; 35.9 und Onyxsteine und [andere] Edelsteine zum
Besatz fuer das Ephod und die Brusttasche. 35.10 Und alle, die
ein weises Herz haben unter euch, sollen kommen und alles
machen, was der HERR geboten hat: 35.11 die Wohnung, ihr
Zeltdach und ihre Decke, ihre Haken, Bretter, Riegel, Saeulen und
Fussgestelle; 35.12 die Lade und ihre Spangen, die Deckplatte
und den verhuellenden Vorhang; 35.13 den Tisch mit seinen
Stangen und all seinen Geraeten und die Schaubrote; 35.14
ferner den Leuchter zur Beleuchtung mit seinen Geraeten und
Lampen, dazu das Oel fuer die Beleuchtung; 35.15 auch den
Raeucheraltar mit seinen Stangen, das Salboel und das
wohlriechende Raeucherwerk; und den Eingangs-Vorhang fuer den
Eingang der Wohnung; 35.16 den Brandopferaltar und das
bronzene Gitter an ihm, seine Stangen und all seine Geraete; das
Becken und sein Gestell; 35.17 die Behaenge des Vorhofs, seine
Saeulen und Fussgestelle und den Vorhang fuer das Tor des Vorhofs;
35.18 die Pfloecke der Wohnung und die Pfloecke des Vorhofs mit
ihren Seilen; 35.19 die gewirkten Kleider fuer den Dienst im
Heiligtum, die heiligen Kleider fuer den Priester Aaron und die
Kleider seiner Soehne zur Ausuebung des Priesterdienstes.

35.20 Darauf ging die ganze Gemeinde der Soehne Israel von Mose
fort. 35.21 Dann kamen sie, jeder, den sein Herz willig
machte. Und jeder, dessen Geist ihn antrieb, brachte das
Hebopfer des HERRN zur Arbeit am Zelt der Begegnung und fuer den
ganzen Dienst darin und fuer die heiligen Kleider. 35.22 So
kamen die Maenner mit den Frauen: jeder, dessen Herz willig war,
brachte Spangen, Ohrringe, Siegelringe und Halsketten, allerlei
goldene [Schmuck]sachen; ja, jeder, der dem HERRN ein
Schwingopfer an Gold darbrachte. 35.23 Und jeder, bei dem sich
violetter und roter Purpur vorfand, auch etwa Karmesinstoff oder
Byssus, Ziegenhaar, rotgefaerbte Widderfelle oder Haeute von
Delphinen, brachte es herbei. 35.24 Jeder, der ein Hebopfer an
Silber oder Bronze entrichten wollte, brachte das Hebopfer des
HERRN herbei; und jeder, bei dem sich Akazienholz fuer irgendeine
Arbeit am Bau [des Heiligtums] vorfand, brachte es. 35.25
Ferner spann jede Frau, die ein weises Herz hatte, mit ihren
Haenden und brachte das Gesponnene: den violetten und roten
Purpur, den Karmesinstoff und den Byssus. 35.26 Alle Frauen,
die ihr Herz mit Weisheit dazu trieb, spannen das Ziegenhaar.
35.27 Die Fuersten aber brachten Onyxsteine und [andere]
Edelsteine zum Einsetzen fuer das Ephod und fuer die Brusttasche,
35.28 ferner das Balsamoel und das Oel fuer den Leuchter, fuer das
Salboel und fuer das wohlriechende Raeucherwerk. 35.29 Die Soehne
Israel, alle Maenner und Frauen, deren Herz sie antrieb, zu dem
ganzen Werk beizutragen, das zu tun der HERR durch Mose geboten
hatte, brachten dem HERRN eine freiwillige Gabe.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Geld und Terror

Ob den großzügigen Gebern von Paris der Zusammenhang zwischen Geldgeschenken an die "Palästinenser" und der Häufigkeit von Selbstmordanschlägen bekannt ist, kann nur vermutet werden. Dabei erschien schon im September ein sehr interessanter Beitrag bei CAMERA, der diesen Zusammenhang überzeugend darstellt.


In der Vergangenheit hat es immer ungefähr ein Jahr gedauert, bis die "Hilfe" bei den Terroristen angekommen ist. Es stehen - bei 7,4 Milliarden Dollar "Hilfe"- wohl blutige Zeiten bevor.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Was ist Sozialismus?

Karl Marx malte ihn als Schreckgespenst an die Wand, die K-Gruppen haben ihn beim Rotwein genossen. Die russische Bevölkerung aber, halb Asien und die Völker Osteuropas mussten ihn aushalten, darunter wir Ostler. Deshalb haben wir genug davon. Denn Sozialismus ist ja nicht der positive Gegenentwurf zum Kapitalismus, er ist seine Steigerung: „Sozialismus“, so haben wir leidvoll erfahren müssen, „ist kapitalistische Ausbeutung plus geistige Unterdrückung!“ Weiter

Dienstag, 11. Dezember 2007

Das Kreuz mit dem Kreuz - Muslima auf Jobsuche

Über einen skandalösen Fall religiöser Diskriminierung berichtet Spon heute:

Die Deutsch-Türkin (umgekehrt funktioniert das Wort nicht, die Türkisch-Deutsche ist im Sprachgebrauch noch nicht so recht angekommen) Yesim Fadia, "nichtpraktizierende" Muslima, bewarb sich vor einem Jahr beim Diakonischen Werk als Integrationslotsin. Ihre Aufgabe sollte es sein, Migranten bei der Arbeitssuche zu helfen.

Migranten bei der Arbeitssuche zu unterstützen ist sicher sinnvoll, obwohl sich die Frage stellt, warum das die Diakonie im Rahmen eines von der EU finanzierten Projekts übernehmen muss (und nicht das Arbeitsamt oder eine private Jobvermittlung). Um Migranten bei der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz kompetent beraten zu können, braucht man nicht zwingend einen Migrationshintergrund, aber Grundkenntnisse der Spielregeln, die bei Bewerbung und Einstellungsgesprächen nun mal zu beachten sind.

Eine der wichtigsten Regeln für Bewerber, nämlich "Informieren Sie sich gründlich über ihren potentiellen Arbeitgeber!" scheint Yesim Fadia schlicht nicht gelernt zu haben, denn schon bei einer oberflächlichen Beschäftigung mit dem Diakonischen Werk hätte ihr auffallen müsse, das dort ausschließlich Mitglieder der christlichen Kirchen beschäftigt werden.

Dass der Glaube ein Kriterium war, erfuhr Fadia jedoch erst einige Monate später. Eine Mitarbeiterin der Diakonie teilte ihr mit, dass die Organisation aufgrund ihres religiösen Profils nur Christen einstellen würde. Ob sie denn bereit wäre, in die Kirche einzutreten? Die nicht praktizierende Muslimin antwortete, dass sie aus praktischen Gründen gewillt sei, "einen Vertrag zu unterschreiben und Kirchensteuer zu bezahlen." Dann fragte Fadia zurück: "Aber ist es denn in ihrem Sinne, dass ich aus diesem Grund Christin werde?"Mit dieser Replik schoss sich Fadia aus dem Rennen um den Job, ihre Bewerbungsunterlagen erhielt sie kurz darauf mit einer Standardabsage zurück.

Nicht nur zu doof, sich über den Arbeitgeber zu informieren (und die Diakonie ist kein kleiner Verein, über den sich keine Informationen finden lassen), auch noch patzig. Damit disqualifiziert sie sich in dreifacher Hinsicht:

1. Sie ist "aus praktischen Gründen bereit einen Vertrag zu unterschreiben und Kirchensteuer zu bezahlen" - aber so läuft das nicht. Christ wird man durch die Taufe, der im Erwachsenenalter normalerweise ausführlicher Religionsunterricht vorrausgeht. Nix mit dreimal Glaubensbekenntnis sprechen und schon ist man im Verein. Für die Religion ihrer neuen Heimat scheint sich Fadia nicht weiter zu interessieren, das bringt im Bewerbungsgespräch (beim Diakonischen Werk!) sicher keine Pluspunkte.

2. Dass erhebliche Zweifel an Fadias Bereitschaft Christin zu werden angebracht sind, zeigt die provozierende Rückfrage : Aber ist es denn in ihrem Sinne, dass ich aus diesem Grund Christin werde? Aus diesem Grund??? Meint sie damit die Kirchensteuer? Oder um den Job zu bekommen?
Auf die Frage, sind Sie bereit, in die Kirche einzutreten, gibt es genau zwei Antworten: Ja oder Nein. Kein vielleicht, kein Ja - aber wollen Sie das wirklich. Der Arbeitgeber will das, der Grund ist das "religiöse Profil" der Diakonie. Das muss man nicht toll finden, dann muss man sich da nicht bewerben. Oder es eben in Kauf nehmen. Von den 420.000 Angestellten des Diakonischen Werks würden sich sicher eine ganze Menge von heut' auf morgen aus der Kirchensteuerpflicht verabschieden, wenn sie denn könnten ohne ihren Job aufs Spiel zu setzen.

3. Wer sich selbst derart ungeschickt bei der eigenen Bewerbung anstellt, ist nicht zwingend geeignet, andere bei der Jobsuche zu unterstützen. Auch aus diesem Grund wäre eine Ablehnung der Bewerberin zu rechtfertigen.


Nach der Ablehnung kommt die Empörung:
"Das ist eine total verlogene Schiene", empört sie sich über das Prozedere, "sie sprechen von christlicher Nächstenliebe und Integration, dabei diskriminieren sie offen gegen Außenstehende." und "Die Diakonie diskriminiert Andersdenkende."
Ein armes Diskriminierungsopfer will die deutsch-türkische nichtpraktizierende Muslima natürlich nicht sein, sie klagt. Und bekommt Recht.
Das Verhalten der Diakonie habe etwas Missionarisches, sagt sie: "Wir helfen den armen Ausländern, aber mitmachen dürfen sie nicht." Mit diesem Argument zog Fadia vor Gericht und gewann in erster Instanz.
Grenzt die Diakonie "arme Ausländer" aus? Wäre das Kirchenmitglied Yesim Fadia -immer noch deutsch-türkisch, nichtpraktizierend evangelisch auch abgelehnt worden?

Hat sich Yesim Fadia vielleicht nur beworben, um abgelehnt zu werden und klagen zu können? Das provozierende Verhalten nicht aus Dummheit, sondern aus Berechnung? Klingt weit hergeholt, wäre aber auch nicht überraschend, wenn es hier -wie bei Fereshta Ludin- eher um ein Grundsatzurteil, als um einen neuen Job gehen würde. Fadia arbeitet seit Jahren im "interkulturellen Bereich", nicht ganz unwahrscheinlich, dass sie über ausreichend Kontakte zu Milli Görüs und sonstigen Parallelgesellschaftsförderern verfügt.

Nachdem sich der Staat unter Berufung auf die Neutraliätspflicht seiner Beamten für Muslimas eher zugeknöpft gibt, versuchen sie es halt bei den großen kirchlichen Organisationen. Das Diakonische Werk und die Caritas für Muslime zu öffnen, die im Gegensatz zu ihren christlichen Kollegen von der Kirchensteuerpflicht befreit wären (Christen und Juden zahlen bekanntermaßen Dihmmisteuern an Muslime, nicht umgekehrt), verspricht dicke Pfründe. Und ein paar Jahre später wird dort das Kopftuch am Arbeitsplatz eingeklagt ("Nonnen und Diakonissen verschleiern sich ja schließlich auch") und die Abschaffung christlicher Symbole gefordert ("Beleidigend für alle Muslime"). Das Antidiskriminierungsgesetz bietet noch viele Möglichkeiten...

Die Diakonie erwägt übrigens, gegen das Urteil Berufung einzulegen.


Kinderprogramm

Als "Hass-Industrie" bezeichnet das Intelligence and Terrorism Information Center at the Israel Interlligence Heritace & Commemoration Center (IICC) das Kinderprogramm des Hamas-Senders "Al-Aqsa TV". Zu Recht. Nach der bekannten Hass-Maus, der tierquälenden Biene und dem Jungdschihadi Ahmad gibt es jetzt Karikaturen für die lieben Kleinen.

Am pädagogischen Auftrag hat sich nichts geändert, das Freund-Feind-Schema bleibt - auch, und wohl gerade- zwei Tage nach der Konferenz von Annapolis unverändert. Der israelische Soldat, der wahllos auf Frauen und Kinder schießt, ein Berg von Kinderleichen unter der israelischen Seite des Verhandlungstischs, palästinensische Kinder in ärmlichster Kleidung, weil der Vater von den Juden gefangen gehalten wird und sich deshalb nicht um seine Familie kümmern kann - der "Humor" der Zeichnerin Amiah Jaha ist genauso einfallslos wie abstoßend.

Es gehört zum Wesen der Karikatur, politische Misstände übertrieben darzustellen, "Feinde" anzuprangern und der Lächerlichkeit preiszugeben oder einfach nur geschmacklos zu sein - und für einen erwachsenen Betrachter der Werke Jahas ist es auch nicht mehr als das: geschmacklose, antisemitische Durchschnittsware, wie man sie regelmäßig in arabischen Zeitungen finden kann. Für kleine Kinder sind Karikaturen dagegen generell ungeeignet, weil sie noch nicht in der Lage sind, derartige Bilder zu interpretieren. Um so schlimmer, wenn, wie in den von Al-Aqsa TV gezeigten "Karikaturen", Kinder als Opfer eines übermächtigen, bösartigen Feindes den thematischen Mittelpunkt bilden.

Kinder, die erschossen werden; Kinderleichen unter einem Tisch liegend; Kinder die um ihre verlorenen/abwesenden Väter trauern - das verletzte, getötete, trauernde Kind als Sujet einer Karikaturenreihe im Kinderfernsehen. Arme Kinder.

Montag, 3. Dezember 2007

Pizza, Soda & Ice Cream

...für die Soldaten der Israel Defence Force, lassen sich hier ordern. Ob man eine kleine Portion Donuts für 12,99$, Pizza mit Soda für eine ganze Kompanie (289,95 $) oder einfach einen Kessel heiße Wintersuppe (2,99$/pro Portion) spendet, ist nicht so wichtig, es zählt ganz eindeutig der gute Wille.

Wer für Pizza und Donuts nicht viel übrig hat, kann über burgeridf.org auch Burger & Soda und Kekse verschenken.