Dienstag, 6. Mai 2008

Somewhere over the Rainbow

Fettleibigkeit ist in einigen Kulturen erstrebenswert, besonders in solchen, in denen Nahrung knapp ist. Fett ist reich und reich ist gut. Und gesund: keine Parasiten, kein Aids, keine Drogen.

Fettleibigkeit wird in einigen Kulturen verteufelt, besonders in solchen, in denen Nahrung billig und im Überfluss vorhanden ist. Fett ist faul/hedonistisch/disziplinlos und daher schlecht. Und ungesund: Diabetes, Bluthochdruck, kaputte Gelenke. Mindestens.

Fettleibigkeit gilt als Zivilisationskrankheit, betroffen hauptsächlich die Armen der ersten Welt, die ihr Leben mit Fastfood und Fernsehen füllen. Der fette Amerikaner -bizarre Klamotten, debiles Lächeln- mit dem Burger in der einen und der Coke in der anderen Pranke ist der Stereotyp des dekadenten Westlers.

Dabei sind die Amerikaner -statistisch betrachtet- keineswegs die fettesten Menschen auf diesem Planeten. Die folgende Karte zeigt den Anteil übergewichtiger erwachsener Frauen bezogen auf die erwachsene weibliche Bevölkerung, die Top 5 jeweils mit prozentuellen Angaben.


Den höchsten Anteil an übergewichtigen Frauen hat zweifellos die Südsee, Nauru schlägt das auf königliche Diät gesetzte Tonga. Leider bilden die Südsee und Südostasien eine Region, die bevölkerungsreichen Länder (China, Indien, Indonesien) haben offenbar nur einen sehr geringen Anteil an fetten Frauen.

Auf Platz zwei landet -regional- der Nahe Osten. Fette arabische Frauen? Warum nicht. Der Begriff "Pinguin" leitet sich schließlich vom lateinischen "pinguis" ("fett") ab. Die arabische Küche ist lecker und kalorienreich, oppulente Mahlzeiten sind ein wichtiger Teil der arabischen Kultur.

Aber: auch dort fällt Manna nicht einfach vom Himmel. Fettleibigkeit setzt die Verfügbarkeit hochkalorischer Nahrung voraus oder kurz: wer fett ist, hat mehr als genug zu essen.

Das stets vom Hunger bedrohte "Palästina" landet in den Top 5 im Nahen Osten zwar nur auf Platz 4 (Abstand zum reichen Saudia 1%), ist mit einem Anteil von 43% fettleibiger Frauen aber global in der Spitzengruppe. Die fetten Amis bringen es gerade mal auf 33%.

43% der erwachsenen "palästinensischen" Frauen sind fettleibig, d.h. sie haben nicht nur ein paar Pfunde zuviel, sondern deutliches Übergewicht. Das Land, in dem fast jede zweite Frau übergewichtig ist, braucht trotzdem Unterstützung durch die UN. Mehl kann man schließlich nie genug haben, und die läppischen 1.014.900 kcal pro Nablus-Einwohnerin zusätzlich (wie von BEER7 errechnet) werden schon irgendwie verstoffwechselt.

Hoffentlich werden sie davon nicht nur fett, sondern auch freundlich und friedlich.

Vielleicht so ein bisschen wie Israel Kamakawiwo'ole ...


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