Dienstag, 11. Dezember 2007
Kinderprogramm
Am pädagogischen Auftrag hat sich nichts geändert, das Freund-Feind-Schema bleibt - auch, und wohl gerade- zwei Tage nach der Konferenz von Annapolis unverändert. Der israelische Soldat, der wahllos auf Frauen und Kinder schießt, ein Berg von Kinderleichen unter der israelischen Seite des Verhandlungstischs, palästinensische Kinder in ärmlichster Kleidung, weil der Vater von den Juden gefangen gehalten wird und sich deshalb nicht um seine Familie kümmern kann - der "Humor" der Zeichnerin Amiah Jaha ist genauso einfallslos wie abstoßend.
Es gehört zum Wesen der Karikatur, politische Misstände übertrieben darzustellen, "Feinde" anzuprangern und der Lächerlichkeit preiszugeben oder einfach nur geschmacklos zu sein - und für einen erwachsenen Betrachter der Werke Jahas ist es auch nicht mehr als das: geschmacklose, antisemitische Durchschnittsware, wie man sie regelmäßig in arabischen Zeitungen finden kann. Für kleine Kinder sind Karikaturen dagegen generell ungeeignet, weil sie noch nicht in der Lage sind, derartige Bilder zu interpretieren. Um so schlimmer, wenn, wie in den von Al-Aqsa TV gezeigten "Karikaturen", Kinder als Opfer eines übermächtigen, bösartigen Feindes den thematischen Mittelpunkt bilden.
Kinder, die erschossen werden; Kinderleichen unter einem Tisch liegend; Kinder die um ihre verlorenen/abwesenden Väter trauern - das verletzte, getötete, trauernde Kind als Sujet einer Karikaturenreihe im Kinderfernsehen. Arme Kinder.
Donnerstag, 29. November 2007
Hamas-Charta gegen Annapolis
Für die "Hamas-Regierung", die nicht in der Lage ist, die primitivsten Bedürfnisse ihrer Wähler zu erfüllen (das Ausleben von Hass und Gewalt mal ausgenommen), ist das Wenige schon viel zu viel. Zeit, die Positionen klar zu stellen, Zeit für eine "Charta gegen palästinensische Zugeständnisse beim Annapolis-Gipfel":
Zu den Unterzeichnern des Dokuments gehören der abgesetzte Premier Ismail Hanije, Bahar und die restlichen Mitglieder der Hamas-Fraktion. Die Charta steht unter der Überschrift: "Das Festhalten an unveräußerlichen palästinensischen Grundsätzen und die Weigerung, bei der Annapolis-Konferenz palästinensische Rechte aufzugeben". Das berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur "Ma´an". Die Friedenskonferenz im US-Bundesstaat Maryland soll am Dienstag stattfinden.
"Nur die Palästinenser haben das Recht, so über ihre Selbstbestimmung zu entscheiden, wie sie es für angemessen halten", heißt es in dem Dokument. "Sie sind die Besitzer der Gebiete vom Jordan bis zum Mittelmeer. Dieses Eigentumsrecht verjährt weder im Laufe der Zeit noch unter Druck."
Die palästinensische Frage habe arabische und islamische Wurzeln, weil die palästinensischen Gebiete angestammtes Land für alle Muslime überall seien. "Obwohl die Welt zu dem kriminellen Akt schweigt, dass die Palästinenser aus ihrem Heimatland verschleppt werden und ihnen ihr Recht verweigert wird, die von ihnen gewählte politische Instanz zu gründen, bestehen wir auf das Recht auf Wiedereinbürgerung", so die Charta weiter. "Somit sehen wir jede Lösung, die nicht das Recht auf Wiedereinbürgerung, die Freiheit der Häftlinge und die Wiederherstellung des palästinensischen Landes garantiert, als eine schwache Lösung an, die wir völlig ablehnen. Wir werden niemals gegenüber denen kapitulieren, die unserem Volk solche Lösungen auferlegen wollen."
In dem Dokument heißt es zudem: "Die Reproduktion dieser Irrgärten unter Überschriften wie 'Roadmap' oder 'Annapolis-Gipfel' wird nicht zu Stabilität führen, weil solche Abkommen nur die israelische Sicherheit auf Kosten unserer Nation und der Rechte unseres Volkes stabilisieren können. Tyrannei kann nur nach dem Gesetz des Dschungels als Legitimität bezeichnet werden. Deshalb warnen wir vor den Gefahren, die diese Konferenz unserem Volk und der arabischen und islamischen Welt bringt." Quelle
Eigentlich schön, dass die Hamas so klar und offen ihre Standpunkte darlegt. Seltsam, dass es trotzdem einige nicht verstehen und allen Ernstes fordern, Israel solle mit der "Hamas-Regierung" verhandeln.
