Posts mit dem Label Integration werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Integration werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 24. Februar 2008

Sprich' mit uns

Es gibt Jugendliche, für die selbst Sozialarbeiter zu hart sind. Oder zu unverständlich. Um auch solche Jugendliche (mit Migrationshintergrund und Vorstrafenregister) zu erreichen gibt es in Berlin ein neues Projekt: "Kiezworker".

Kiezworker sollen sich um die herumlungernden Kids kümmern, Streit schlichten, Gewalt und Zerstörung im "Kiez" verringern und auch sonst all das erreichen, für das sich diese Stadt schon ein Heer ausgebildeter Sozialarbeiter leistet. Die sechs Kiezworker qualifizieren sich durch die Ähnlichkeit mit ihrer Klientel: Migrationshintergrund, keine Ausbildung, selbst jahrelang herumgelungert, Vorstrafen, Bandenmitgliedschaft. Also nix gelernt, außer in der Parallelgesellschaft zu überleben und sich "Respekt" zu verschaffen. Respekt, der Berlin 40.000 € pro Jahr wert ist.

Hakki, Kiezworker
„Sozialpädagogen sind wir nicht, wir sind nur aus der Gegend, wir haben hier gewohnt und kennen die Jugendlichen hier, wir haben auch die selben Probleme gehabt, was die Jugendliche heute haben.“

KLARTEXT
„Welche waren das?“

Hakki, Kiezworker
„Allgemein, wir haben Probleme gehabt in der schule, wir haben auch dass wir in unseren Familien nicht direkt Probleme aber dass wir zwischen zwei Kulturen erlebt haben.“

Und es funktioniert. Seitdem die Kiezworker, auf deren schwarzen Kapuzenjacken "Sprich mit uns" steht, durch den Kiez am Kotti streifen, ist es auf den Straßen "viel ruhiger" geworden. "15 Jugendliche seien in Ausbildungsmaßnahmen vermittelt worden, 7 wollten ihren Schulabschluss nachholen. Eine Theater AG sei gegründet worden, eine Fußball AG und eine Jugend-Kiez AG seien im Aufbau." (taz)

Es geht doch alles wenn den lieben Kleinen mal jemand "richtig" zuhört.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Ist Deutschland ein Einwanderungsland?

Würden alle Menschen dieser Erde, alle Inder, alle Chinesen, alle Europäer, Afrikaner, Lateinamerikaner usw. morgen in die Vereinigten Staaten emigrieren, dann würde es eng werden in Amerika.

In den Staaten leben heute auf einer Fläche von 10.000.000 km² ca. 300.000.000 Menschen - also ungefähr 30 Einwohner pro km².

Würden sich dieselbe Fläche 6.6 Mrd. Menschen teilen, hätten die USA eine Bevölkerungsdichte von 660 Einwohnern pro km². Damit würden sie hinter Taiwan (709 EW/km²) und vor Barbados (652 EW/km²) gerade mal auf dem 9. Platz der am dichtesten besiedelten Staaten landen.

Kaum ein amerikanischer Wähler oder Politiker wäre begeistert, der böse Spruch vom "vollen Boot" würde wohl die Runde machen. Wäre es vorstellbar, dass in dieser Situation mehr Einwanderung (woher auch immer) gefordert würde? Nein? Warum nicht?

Die "klassischen" Einwanderungsländer haben bzw. hatten ein Problem: zu wenige Menschen, um die Möglichkeiten ihres Landes optimal nutzen zu können. Die Mark Brandenburg suchte sich Siedler am Rhein und in Holland um dem Land ein bisschen Leben einzuhauchen, die Preußischen Könige warben um die Hugenotten und die Salzburger Protestanten um mit den Folgen von Krieg, Seuchen und der allgemeinen Rückständigkeit fertig zu werden. Das Ruhrgebiet suchte und fand Arbeiter in Polen, Katharina die Große besiedelte brachliegendes Land an der Wolga mit schwäbischen Bauern.

Richtig großen Sog entfaltete die Neue Welt. Lateinamerika nahm so viele Spanier auf, dass es auf der Iberischen Halbinsel zu wirtschaftlichen Problemen kam - die Hidalgos blieben, ihre Landarbeiter nicht. Die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien nahmen sich nicht nur der Mühseeligen und Beladenen aus Westeuropa an, sondern lockten Händler, Handwerker, Glücksritter und Bauern auch aus Osteuropa und Asien.

Der Wunsch nach ungezügelter Zuwanderung währte jeweils nur kurz. Entweder wurden für kurze Zeit bestimmte Bevölkerungsgruppen angeworben und danach die Grenzen wieder geschlossen (Brandenburg, Ruhrgebiet) oder es wurden harte Bedingungen an die Zuwanderer gestellt (USA, Kanada, Australien). In jedem Fall kam es bereits bei geringen Siedlungsdichten zu einem Stop bzw. einer Begrenzung der Zuwanderung. Während die Vereinigten Staaten mit 31 EW/km² noch relativ dicht besiedelt sind, leben in Kanada nur 3,3 und in Australien 2,6 Menschen pro km².

Diese Länder verstehen sich noch immer als Einwanderungsländer, handhaben die Einwanderung aber sehr restriktiv. Verlangt werden Jugend, Qualifikation, die Beherrschung der Landessprache, will man dauerhaft bleiben oder zumindest ein ordentliches Vermögen.

Vergleicht man die klassischen Einwanderungsländer mit den europäischen Staaten, die sich neuerdings auch unbedingt "Einwanderungsland" nennen wollen, fällt der große Unterschied in der Bevölkerungsdichte auf:

Niederlande: 489 EW/km²
Belgien: 343 EW/km²
Vereinigtes Königreich: 249 EW/km²
Deutschland: 231 EW/km²

Diese ohnehin schon sehr dicht bevölkerten Staaten suchen sich Zuwanderer aus Ländern mit geringer Bevölkerungsdichte. So hat die Türkei 92 EW/km², Marokko: 73 EW/km², Algerien 13,8 EW/km²; das "überbevölkerte" Pakistan hat gerade mal 190 EW/km². Diese Durchschnittszahlen können natürlich nicht als absoluter Maßstab dienen, Länder die zu 90% aus Wüste bestehen haben naturgemäß eine geringe Bevölkerungsdichte wenn man das ganze Land betrachtet, weil sich die Menschen in den wenigen bewohnbaren Regionen konzentrieren.

Aber aus der gefühlten Überbevölkerung Afrikas und Asiens läßt sich kein Recht auf Auswanderung ausgerechnet nach Westeuropa ableiten. Die herbeigeredete demographische Katastrophe, deren Ursache die "Überalterung" der europäischen Gesellschaften sein soll, wird theoretisch gern durch den Import von Migranten aus Ländern mit einem Jugendüberschuss (youth bulge) gelöst. Angeblich eine Win-Win-Lösung: Europa bekommt junge Einwanderer, die die Renten der kinderarmen Generation erarbeiten, Afrika und Mittelasien werden ihre perspektivlose Jugend los, die eingewanderten Jugendlichen finden eine "angemessene" Position in der Gesellschaft und werden zufriedene und friedliche Erwachsene. Soweit die Theorie ...

Aber: Der "Youth Bulge" lässt sich nicht in Europa abbauen. Wer in Afrika keine angemessene Position in der Gesellschaft findet, wird den Aufstieg in Europa auch nur selten -und wenn, dann nur mit sehr viel Glück- schaffen. Das liegt nicht an den Einwanderern, ich bezweifele nicht, dass viele von ihnen sich voller Optimismus und Leistungsbereitschaft auf den Weg nach Europa machen. Und bitter enttäuscht werden. Und zwar nicht von dem allgegenwärtigen Rassismus der Einheimischen, sondern von der harten Realität. Es gibt zwar in Westeuropa im Verhältnis der Generationen weniger junge Menschen als zum Beispiel in Algerien, aber daraus im Umkehrschluss zu folgern, jeder Algerier wäre, unabhängig von Ausbildung und Sprachkenntnissen eine Arbeitskraft, um die sich in Europa jeder Arbeitgeber reisst, ist falsch. Die Konkurrenz um eine "angemessene Position" ist auch hier hart, die Wahrscheinlichkeit, gegen einheimische Bewerber zu verlieren groß. Was bleibt? Das Gleiche wie in Afrika: Frust und Wut auf eine Gesellschaft, die nicht in der Lage ist zu "integrieren". Denn was ist Integration anderes, als einem Individuum, unabhängig von seiner Herkunft, Rasse oder Religion, eine "angemessene Position" in der Gesellschaft zu geben. Eine Position, in der sich das Individuum wohl fühlt, in der es keinen finanziellen oder sozialen Leidensdruck verspürt? Eine Position, die eine Lebensperspektive bietet?

All das hat Deutschland heute nur wenigen seiner Einwanderer zu bieten. Wir haben keinen Youth Bulge, trotzdem verlassen viele Jugendliche die Schule ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Viele junge Menschen, die erfolgreich eine Ausbildung abgeschlossen haben, finden keinen "angemessenen" Arbeitsplatz. Studenten haben häufig weniger Geld zur Verfügung als ein ALG II Empfänger - Studium und Nebenjob ist die Regel, nicht die Ausnahme. Und die Nebenjobs dienen häufig nur dem Gelderwerb und sind nicht (wie vor zwanzig Jahren üblich) bezahlte Praktika. Praktikanten haben in Deutschland inzwischen nicht selten einen Hochschulabschluss und arbeiten für lau (bzw. für ein "Zeugnis" und die Aussicht, irgendwann mal irgendwen kennenzulernen, der eventuell jemanden kennt, der eine bezahlte Einstiegsposition vermitteln kann.) Ein "bezahltes Praktikum" ist schon fast ein Oxymoron...

Deutschland kann einfach kein "Einwanderungsland" sein. Das Land ist viel zu dicht besiedelt, das heisst, die unendlichen Weiten, die durch Einwanderer urbar gemacht werden könnten, sind nicht vorhanden. Einwanderer können keine neuen Lebensräume erschließen, sondern müssen sich in den vorhandenen Raum integrieren. Und dafür fehlen häufig die Vorraussetzungen: Bildung, Sprachkenntnisse, kulturelle Kompatibilität. Ein "klassisches" Einwanderungsland kann solche Kriterien eher locker sehen, darauf vertrauen, dass der Arbeitsmarkt die Zuwanderer gierig aufsaugt und "Integration" praktisch ein Selbstläufer ist.

Ein Land, in dem schon die hochqualifizierten (Bildungs-)Inländer große Probleme haben, muss bei seinen Zuwanderern andere Maßstäbe anlegen.


Das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte ist übrigens Monaco. Dort leben 16,866 Einwohner pro km² (insgesamt 32.000 Menschen auf 1,98 km²). Davon sind 16% Monegassen, 47% Franzosen, 16% Italiener, der Rest verteilt sich auf über 100 verschiedene Nationalitäten.






Freitag, 8. Februar 2008

Türkische Experten fluten Deutschland

"In Deutschland sollten Gymnasien gegründet werden können, die in türkischer Sprache unterrichten, und die Bundesregierung sollte darin kein Problem sehen", forderte Erdogan. Auch türkischsprachige Universitäten müsse es in der Bundesrepublik geben. "Wissenschaft kennt keine Grenzen", sagte er zur Begründung. Der Regierungschef bot zudem an, türkische Lehrer und Pädagogen an deutsche Schulen zu entsenden." Klick

Erst türkische Brandexperten und türkische Imame, jetzt türkische Lehrer. Warum nicht auch türkische Polizisten (deutsche Polizisten sind unfair zu Türken), türkische Steuereintreiber (Deutschland ist schon reich genug) oder türkische Politiker (wer könnte die Interessen der türkischen Mitbürger besser vertreten).

Die Begründung ist im Übrigen bizarr: "Erdogan betonte, um Deutsch sprechen zu können, müssten Migranten zuerst ihre eigene Sprache beherrschen. Dies sei bei vielen in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen nicht der Fall." Türkische Gymnasien (!), in denen den Kindern aus türkischen Familien Türkisch beigebracht wird? Türkische Universitäten, für Studenten, die nach 20 Jahren in Deutschland noch immer nicht Deutsch (oder Englisch) sprechen?

Sieht eher so aus, als versuche da ein kleinasiatisches Land, seinen Einfluß in Deutschland ganz erheblich auszuweiten ...

PS: In der Türkei gehen nur 93% der schulpflichtigen Kinder (Schulpflicht = acht Jahre) zur Schule, 6% der Männer und 18 % der Frauen waren im Jahr 2000 Analphabeten. Erdogan könnte sich auch um die einzügigen Schulen im Osten seines Landes kümmern, in denen es Klassen mit mehr als 50 Schülern gibt. Klick
Gymnasien und Universitäten, in denen auf Kurmandschi (16 % der Bevölkerung spricht diese nordkurdische Sprache) unterrichtet wird, gibt es nicht - der Gebrauch der Muttersprache ist den kurdischen Kindern in staatlichen Schulen verboten.

Sonntag, 3. Februar 2008

Sharia light ?

Dr. Suhaib Hasan fordert die Integration der Sharia in das britische Rechtssystem. Zunächst "nur" das Privatrecht, das Heirat, Scheidung, Erbschaft usw. regelt, angeblich zum Nutzen der in England lebenden Muslime. Klick

Von dem momentan geltenden Recht ist die islamische Hochzeit nicht anerkannt, der religösen Zeremonie muss eine Registrierung beim Standesamt vorangehen. Das Gleiche gilt für Scheidungen: nur unter Zeugen die Frau verstoßen reicht nicht aus, um eine Ehe rechtsgültig zu beenden.

Unzumutbar? Auch islamisches Recht ist nicht nach jedermanns Geschmack. Als bedauernswertes Beispiel muss "Amnah" herhalten, eine "moderne britische Muslima", die zu ihrem Baumwollkostüm einen Hijab trägt. Mit islamischem Recht kennt sich die selbstbewusste Frau leider gar nicht aus, so ist sie ganz fassungslos, ob der Tatsache, das dieses Recht für sie auch dann gilt, wenn sie die "Gründe" nicht versteht. Ihr Problem: sie ist seit kurzem geschieden (nach britischem Recht?) und möchte erneut heiraten. Zwischen Scheidung und neuer Heirat muss eine Karenzzeit von drei Monaten eingehalten werden, auch wenn man den Exehepartner -wie in Amnahs Fall- schon länger nicht mehr gesehen hat.

"Aber warum muss ich die Wartezeit beachten?" fragt sie Hasan. "Was ist die Begründung? ... Diese Begründung trifft nicht auf mich zu, deshalb bin ich so verwirrt. Wenn Sie mir begründen könnten, warum ich drei Monate warten muss, würde ich es verstehen." Oder auch nicht.

Die Antwort des Scheichs ist einfach: "Die Regeln stehen alle im Koran. Die Regeln sind für alle gemacht." Amnah muss sich fügen, Dr. Hasan ist ein Richter und dies ist ein Shariagerichtshof - in Ost London. Einer von Dutzenden ...

Nun scheint Amnahs Fall nicht besonders schwerwiegend, eine dreimonatige Wartezeit zwischen zwei Ehen mag lästig sein, bringt aber in den seltensten Fällen große Nachteile. Zudem hat Amnah noch (!) die Möglichkeit, das Shariagericht zu umgehen. Denn, " die Urteile der Shariagerichte haben keine Grundlage im britischen Recht, daher sind sie rein technisch unzulässig - sie sind nur verbindlich, solange die Beteiligten sie befolgen."

Das soll sich ändern. Dr. Hasan glaubt, dass die Integration einiger Aspekte des islamischen Rechts in das Zivilrecht vorteilhaft wäre. Der schlechte Ruf der Sharia im Westen ist ihm dabei durchaus bewusst: "Immer wenn die Menschen das Wort "Sharia" mit Muslimen assoziieren, denken sie an auspeitschen, zu Tode steinigen und Handabhacken" sagt er mit einem Lächeln.

Immerhin will er das islamische Strafrecht (noch) nicht in England einführen. Nicht weil er die Strafen der Sharia ablehnt, sondern weil die Einführung des Strafrechts der Sharia ausschließlich zu den Aufgaben eines islamischen Staates gehört. Und ein islamischer Staat ist GB (noch) nicht.

Mit den Körperstrafen selbst hat der Richter Dr. Hasan kein Problem, er setzt ganz auf deren abschreckende Wirkung: "Auch wenn das Abhacken der Hände und Füße, oder das Auspeitschen der Säufer [!] und Wüstlinge sehr abscheulich zu sein scheint, sobald es ausgeführt wird, wirkt es abschreckend auf die gesamte Gesellschaft. Dies ist der Grund, warum in Saudi Arabien zum Beispiel, wo diese Maßnahmen umgesetzt werden, die Kriminalitätsrate sehr, sehr gering ist."

Unter diesem Aspekt ist die Einführung der Sharia fast eine Notwendigkeit: "Wird das Gesetz der Sharia angewandt, können Sie dieses Land in eine Oase des Friedens verwandeln, denn, ist die erste Hand eines Diebes erst abgeschlagen, wird niemand mehr stehlen. ... Sobald nur ein einziges Mal ein Ehebrecher gesteinigt wurde, wird niemand mehr das Verbrechen des Ehebruchs begehen. ... Wir möchten es der britischen Gesellschaft anbieten. Wenn sie es akzeptiert, ist es gut für sie und wenn sie es nicht akzeptiert, wird sie mehr und mehr Gefängnisse bauen müssen."

Ein kurzer Blick in die Rechtsgeschichte zeigt, dass auch drastische Strafen Diebstähle nicht verhindern können. So galt in England lange Zeit für kleine Diebstähle sogar die Todesstrafe - eine Oase des Friedens war das Land trotzdem nicht. Eher das Gegenteil. Und grausame Todesstrafen für Ehebruch gab es auch schon in der europäischen Rechtsgeschichte - sicher abschreckend, aber um welchen Preis.

Auch im Zivilrecht ist die Integration des Sharia in das britische Recht unmöglich. Die Benachteiligung der Frau gesetzlich festzuschreiben ist in einem demokratischen Land nicht hinnehmbar. Deshalb versuchen die Scheichs immer wieder, die großen Vorteile die der Islam im Allgemeinen und die Sharia im Besondern den Frauen angeblich bringt, herauszustreichen.

So hält Ibrahim Mogra, Vorsitzender des Muslim Council of Britain's inter-faith commitee, die Sharia für ein gerechtes System: "Man mag meinen, eine Ehefrau habe unter dem islamischen Recht keine Rechte, aber der Ehemann ist verpflichtet für alles in der Ehe zu zahlen und im Fall der Scheidung behält die Frau ihr persönliches Eigentum." Was die Frau nach einer Scheidung nach islamischem Recht nicht behält, sind ihre Kinder - die bleiben beim Vater. Und an persönlichen Dingen darf sie nur das behalten, was sie auch schon vor der Ehe besessen hat, jeglicher Zugewinn bleibt beim Mann.

Auch das imbritischen Recht verankerte Verbot der Zweitehe bringt, nach Scheich Mogra, der Frau nur Nachteile: "Ein Moslem kann sich unter dem Recht der Sharia eine Zweitfrau nehmen und sie behandeln wie er will - weil er weiß, daß sie keine Rechte in Britannien hat. Das bedeutet, sie gilt nicht mehr als eine Geliebte und er kann sie sitzen lassen wann immer er möchte."

Das Problem ist in diesem Fall allerdings nicht das Verbot der Zweitehe, sondern das Unterlaufen des britischen Rechts durch die islamische Community. Zu Lasten der Zweitfrau selbstverständlich - die natürlich auch als Zweitfrau nicht rechtlos ist. "Rechtlos" ist sie in den Augen ihres Ehemannes und in den Augen ihres islamischen Umfelds - da alle Rechte auf ihren Ehemann übergehen. Vor dem britischen Gesetz -in der Realität sozusagen- behält sie natürlich auch als (Zweit-) Ehefrau sämtliche Rechte, die jeder anderen Britin auch zustehen. Keinesfalls darf der Ehemann mit ihr umgehen wie er möchte, sie kann ihn jederzeit verklagen oder verlassen. Und was das "sitzen lassen" betrifft: eine Scheidung ist für einen muslimischen Mann die einfachste Sache der Welt. Er verstößt die Frau unter Zeugen, behält die Kinder, das war's. Nach dem derzeit geltenden Recht, kann sich die "Zweitfrau" jederzeit von ihrem Ehemann trennen, behält das Sorgerecht für ihre Kinder und hat Anspruch auf deren Unterhalt. Die Einführung der Scharia wäre also kein Vorteil für sie, sondern für den Ehemann.

Man kann nur hoffen, dass sich die Muslime mit ihrem Wunsch, die Sharia in das britische Recht einzubringen, nicht durchsetzen.

Montag, 28. Januar 2008

Biodeutsch

Eine zunehmend von Mitbürgern mit Migrationshintergrund verwendete Bezeichnung für die einheimische Bevölkerung ist das Adjektiv "biodeutsch", substantiviert dann der/die "Biodeutsche".

Im Gegensatz zum "Scheissdeutschen" ist "Biodeutscher" nicht beleidigend gemeint (auch wenn sich die Assoziation zur Biotonne einstellt), sondern soll Deutsche mit Migrationshintergrund von solchen ohne diesen begrifflich trennen.

Das "bio" steht dabei wohl für "biologisch", biologisch deutsch also. Semantisch ist der Begriff so unsinnig wie "biologisches" Obst, Gemüse oder Fleisch, aber an Biolebensmittel aller Art hat sich der Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund) inzwischen auch gewöhnt. Biolebensmittel gelten als besonders gesund und wohlschmeckend, die besondere Qualität ist das Ergebnis der "umweltfreundlichen" Erzeugung. Zu behaupten, "Biodeutsche" sind besonders gut und gesund, weil sie so unglaublich umweltfreudlich / sozialverträglich aufgezogen werden, ist jedoch eine falsche Analogie. Der Biodeutsche hat mit der Biotomate sowenig zu tun, wie der Mihigru mit einer Gewächshausgurke.

"Biodeutsch" wird man nicht durch Aufzucht/Erziehung, sondern man ist es qua Abstammung. Durch die Abkunft von anderen "Biodeutschen", die ihrerseits auch von "Biodeutschen" abstammen müssen. Die konsequente Anwendung des Prinzips des ius sanguinis könnte man meinen, in Wirklichkeit jedoch dessen Verschärfung. Denn nach dem derzeit geltenden "Recht des Blutes" erben Kinder, die ein Elternteil mit deutscher Staatsbürgerschaft haben, dessen Staatsangehörigkeit. Nicht zur Hälfte sondern ganz.

Genau diese Kinder werden von den Verwendern des Begriffs "Biodeutsche" ausgegrenzt, solange bis sie sich selbst als "Migranten" verstehen (und so dann auch von ihrer Umwelt wahrgenommen werden). Wie Tarik al-Wazir: in Deutschland geboren, Mutter Deutsche - daher sowohl nach dem Prinzip des ius sanguinis als auch dem des ius soli eindeutig ein Deutscher. Aber halt kein "Biodeutscher", da der Vater (ebenfalls in Deutschland lebend) aus dem Jemen stammt. Ein "Deutscher mit Migrationshintergrund" und mit etwas bösem Willen wird aus dem Deutschen bzw. dem Deutschen mit Migrationshintergrund dann der Migrant al-Wazir, Spezialist für alle Fragen die Migration und Integration zu tun haben. (In der dritten Generation setzt sich das Spiel fort, der "Migrant" al-Wazir heiratet eine Frau namens Bushra, der gemeinsame Sohn - die dritte Generation (deutsche Oma, deutscher Papa)- hört auf den schönen Namen Bassam und hat, nach der neuen grünen Logik auch einen "Migrationshintergrund").

Der Begriff "Biodeutscher" ist integrationsfeindlich, er erhöht künstlich die Zahl der Migranten bzw. der "Menschen mit Migrationshintergrund" indem er Menschen ausgrenzt, sich selbst keineswegs als "Migranten" sondern schon längst als Einheimische verstehen. Darüber hinaus ist er auch latent rassistisch, hat er doch das Potential, das fatale Verständnis vom "deutschen" bzw. "germanischen" Blut wieder aufleben zu lassen.

Powered by ScribeFire.

Samstag, 26. Januar 2008

Kulturelle Missverständnisse - Respekt, Ehre und Religion

Ein lesenswertes Interview mit Necla Kelec in der taz.

Armut
"Wenn man in diese Familien schaut und fragt, wie das Geld verdient wird und wofür es ausgegeben wird, dann sieht man, dass diese Familien sich plötzlich eine Hochzeit für zwanzigtausend Euro leisten können. Sie unterstützen ihre Familien in der Türkei mit Geld und mit Gold. Ein Vater lässt seine vier Kinder arbeiten und kassiert ihren Lohn. Das Kindergeld kommt nicht den Kindern zugute, der Vater verzockt es beim Kartenspiel. Und die Mütter verdienen mit Putzstellen Geld, das sie dann für Hochzeitskleider ausgeben. Das Geld wird kulturell ausgegeben. ... In muslimischen Familien haben Väter ihre archaischen Vorstellungen. Es gilt, ihnen zu gehorchen. Und das darf nicht mit Respekt verwechselt werden. Dass ihre Kinder selbstständig werden sollen, studieren können, das ist oft nicht ihre Idee. Zu wenige Familien investieren in ihre Kinder."

Das gilt nicht ausschließlich für Unterschichtenfamilien mit Migrationshintergrund. Auch deutsche Unterschichtenfamilien sind nicht "arm", wenn man unter Armut nur den Mangel an Geld versteht. Was der Unterhaltung und dem Vergnügen dient, ist auch dort finanzierbar. Der Plasmafernseher im Wohn-, der Zweitfernseher im Kinderzimmer; der Computer, die Playstation, das Handy, der Alkohol und die Kippen kosten richtig Geld, gespart wird leider oft an den Kindern. Das Problem ist das Gleiche, wie in "armen" Familien mit Migrationshintergrund: diese Familien investieren zu wenig in ihre Kinder.

Respekt
"Respekt im muslimischen Sinne verlangt Unterordnung, Gehorsam und Gefolgschaft. Dem Vater und der Religion gegenüber. Respekt, wie wir ihn verstehen, ist eine individuelle Haltung, die auf Eigenverantwortung und Würde setzt."

Ehre
"Denn es hat sich auch bei diesen Familien, die von Arbeitslosigkeit nicht betroffen sind, am Erziehungskonzept in all den Jahrzehnten nichts geändert. Der Vater ist das Oberhaupt, die Töchter und Frauen sind die Ehre - seine Ehre. Er erzieht seine Söhne so, dass sie auf seine Ehre aufpassen. Wenn sie dabei versagen, bekommen sie Schläge. Die Mädchen werden mit Gewalt konfrontiert. Wenn sie aber nun sagen, sie wollen ihren eigenen Weg gehen, entehren sie die Familie."

Interessante Aspekte zum Zusammenhang von Stammeskultur und "Ehrenmord" finden sich auch in Pipes Rezension des Buches "Culture and Conflict in the Middle East" von Philipp Carl Salzmann. Er unterstreicht die Funktion, welche die soziale Kontrolle durch Familienfremde bei der Überwachung der Töchter spielt: "Die weiblichen Mitglieder anderer Familien werden in der Hoffnung überprüft, dass man sie bei einer unmoralischen Tat erwischt, wodurch ihre Verwandten gezwungen wären sie zu töten und ihre Fruchtbarkeit zu verlieren. Dieser letzte Punkt läßt darauf schließen, dass ausgewogene Gegnerschaft für einen großen Teil des bekannten nahöstlichen Brauch des "Ehrenmordes" verantwortlich ist, bei dem Brüder Schwestern ermorden, Cousins Cousinen ermorden, Väter Töchter ermorden und Söhne Mütter ermorden. Bezeichnenderweise werden Indiskretionen von Frauen innerhalb der Familie toleriert und führen fast nur dann zu Morden, wenn sie außerhalb der Familie bekannt werden. "

Religion
"Religiös" bedeutet in der islamischen Kultur eine Haltung des Dienens und Gehorchens. Was ein Älterer mir sagt, habe ich zu tun! Wenn ein Junge früh auf die Straße geschickt wird, weil er zu Hause nichts zu suchen hat, dann ist das Teil der islamischen Erziehung. Sie aber verstehen unter Religion nur, dass man in die Kirche geht und betet."

Kritik an der islamischen Religion mag die taz (Jan Feddersen, Daniel Bax) nun überhaupt nicht hinnehmen. Zumindest nicht, ohne auch auf die Nachteile des Christentums im allgemeinen und die der Hardcorevariante "Katholizismus" im besonderen hinzuweisen. Islamkritik ohne Relativierung scheint ein echtes Problem zu sein, es ist bedenklich, wenn in einer "linken" Zeitung erzkonservative Christen zur Legitimation diskriminierender kultureller Praktiken herangezogen werden.

taz: "Sex vor der Ehe ist doch auch unter erzkonservativen Christen verpönt ... Der Islam ist nicht frauenfreundlich, einverstanden. Aber das gilt ja auch für alle anderen Religionen."

Kelec:" Genau das ist Ihr Problem, dass Sie das Christentum mit dem Islam vergleichen. Die Moscheevereine sind keine Kirchen, sie bilden keine einheitliche Religion. Das sind lauter Sekten. Die wissen ja selber nicht einmal, was der Islam sein soll. Das ist das Gefährliche."


Dienstag, 22. Januar 2008

Mürvet Öztürks Antwort auf Necla Kelek...

...in der heutigen taz ist genauso platt, wie man sie von einer Verbandsfunktionärin erwartet. Abwiegeln, die Gemeinde in Schutz nehmen, keinerlei Kritik zulassen oder Selbstkritik üben und die Nestbeschmutzerin angreifen - alles so neu nicht, nur dass die Aleviten den Ruf geniessen, so gaaaanz anders zu sein, als die anderen Muslime, wird immer unverständlicher.

Falsche Behauptungen gehören auch zur Verteidigungsstrategie:
Öztürk: ...Aber der eigentliche Inzestvorwurf, den es in der türkischen
Gesellschaft gegen die Aleviten gibt und der auch im "Tatort" gezeigt
wurde, ist ja ein ganz anderer Aspekt.

taz: Welcher ist das?

Öztürk: Dieser lautet, dass Familienmitglieder während der Religionsausübung
Inzucht betreiben würden, Geschwister oder Eltern mit ihren Kindern
Orgien feiern. Das ist ein historisches Vorurteil, um die Aleviten in
der Türkei gesellschaftlich bewusst zu marginalisieren.
Genau dieser Aspekt des Inzestvorwurfs spielte in dem Tatort "Wem Ehre gebührt" keine Rolle. Es ging um den sexuellen Missbrauch eines alevitischen Mädchens durch seinen Vater nicht um eine Orgie im Familienkreis, an der alle freiwillig teilnehmen und die als rituelle Handlung angesehen wird.


Montag, 21. Januar 2008

Wem Ehre gebührt

Necla Kelek in der taz über den Protest der Aleviten:
Die Aufregung der alevitischen Gemeinde und anderer Migrantenverbände über den "Tatort"-Krimi "Wem Ehre gebührt" macht stutzig - stehen doch Anlass und Aufregung offenbar in keinem Verhältnis. Soll hier durch Empörung über Vorurteile gegenüber Aleviten vielleicht etwas anderes bewirkt werden?...Dass hinter der Aufregung über den "Tatort" mehr stecken muss als die Empörung über einen Film, wird auch schon durch den Aufwand deutlich, mit dem die Aleviten sich selbst in die Öffentlichkeit gedrängt haben. Die Demonstration von 20.000 Leuten ist eine Botschaft an die Politik: Achtung, es gibt viele Aleviten, und die sind bereit, auf die Straße zu gehen, wenn über sie geredet wird. Sie wenden sich gegen das "Anschwärzen", wie das türkische Massenblatt Hürriyet die Darstellung des "Tatorts" nennt, und Verbandssprecher von der Linkspartei bis zur Türkisch-Islamische Union (Ditib) übten Solidarität wegen der angeblichen Ehrverletzung. Bisher waren die Aleviten gewohnt,als die guten oder als die anderen Muslime in Ruhe gelassen zu werden.Aber nun wird auch über sie in der Öffentlichkeit diskutiert. Und siezeigen, dass sie, wie andere türkisch-muslimische Männer auch, ihreEhre verteidigen, wenn es um ihre Töchter und Frauen geht. "Bis zum Tod" war auf einem Transparent in Köln zu lesen. Sie wollen, dass Berichte über ihre Art zu leben weiterhin tabu bleiben. Dabei sollen die Fakten unter den Tisch fallen. Die Aleviten verhalten sich, als wollten sie durch den organisierten Aufschrei die Sache selbst übertönen. Tatsächlich stellen in der türkisch-muslimischen und besonders auch der alevitischen Community Gewalt und sexueller Missbrauch ein ernst zu nehmendes und umfassendes Problem dar. ...

Montag, 14. Januar 2008

Grüne Integration

Joseph Fischer, Straßenkämpfer und Außenminister a. D., will die hessischen Grünen im Wahlkampf gegen den bösen Roland Koch unterstützen. Ob's den hessischen Wähler wirklich freut sei dahingestellt, der Spitzenkandidat der Grünen ist zumindest ganz entzückt über soviel Gnade:
"Die Lektüre der letzten Wochen über den Wahlkampf von Roland Koch hat ihn offensichtlich bewogen, seine politische Abstinenz für einen Auftritt zu unterbrechen", bestätigte der hessische Grünen-Partei- und Fraktionschef Tarek Al-Wazir SPIEGEL ONLINE.
Fischer hat sicher auch mehr Probleme mit Kochs Wahlkampf als mit den Folgen verfehlter Einwanderungspolitik. Vor allem die Angst, Koch könnte es noch mal schaffen wird der treibende Faktor für Fischer sein. Und wenn die SPD ihren Ex-Alpharüden deaktiviert, warum soll der grüne Ex-Leitwolf ruhig sein.

Ein Herz für Migranten oder besser: für Bürger mit Migrationshintergrund, zeigt die Aufstellung des Spitzenkandidaten. Wer ist Tarek Al-Wazir? Ein Beispiel für geglückte Integration?

Nicht so ganz, wenn man die Selbstdarstellung auf seiner Homepage kritisch liest.

Tareks Vater stammt aus dem Jemen, seine Mutter ist Deutsche. Geboren 1971 in Offenbach war er nach dem 1971 geltenden Staatsangehörigkeitsrecht Ausländer, Jemenit um genau zu sein. Der entsprechende Passus lautete: "Deutscher ist, wer von Deutschen abstammt", bei binationalen Paaren erhielt das Kind die Staatsbürgerschaft des Vaters. Für Al-Wazir eine "vorsintflutliche, antiquierte" Regelung. Aber nicht ganz unsinnig, wenn man die damaligen patriarchalischen Familienstrukturen berücksichtigt.



Wie patriarchalisch die Zustände in der Familie Al-Wazihr waren, zeigt die Annekdote über die Namensgebung von Klein Tarek. Der Offenbacher Standesbeamte wollte den Namen "Tarek" ("der Eroberer") nicht akzeptieren, weil aus diesem angeblich das Geschlecht nicht eindeutig hervorgehe. Der Standesbeamte hatte dann auch "gleich einen herrlichen" Vorschlag und empfahl einen schichten deutschen "Fritz" oder "Hans" als Zweitnamen. Nicht ganz abwegig, für ein Kind mit einer deutschen Mutter, das in Deutschland geboren wurde und in Deutschland aufwachsen soll auch einen gewöhnlichen deutschen Zweitnamen in Erwägung zu ziehen. Dabei waren "Fritz" und "Hans" Anfang der 70-er Jahre schon ziehmlich out - Michael, Thomas und Stefan führen 1971 auf der Liste der beliebtesten Vornamen.

Die Al-Wazirs weigerten sich strikt, eine solche Zumutung, wenn auch nur als geschlechtsidentifizierenden Zweitnamen, zu akzeptieren und entschieden sich für den Vornamen des Vaters - MOHAMED. Jetzt war der Beamte bereit, die Existenz des Kindes zu bescheinigen und stellte die Geburtsurkunde seltsamerweise ohne den Zweitnamen aus:
...und so folgt dem "Tarek" nur im jemenitischen Pass ein "Mohamed" und meine Geburtsurkunde und damit auch mein später erworbener deutscher Pass ist von einem Fritz oder Hans verschont geblieben – ach, welch gruselige Steinzeit des Einwanderungslandes Bundesrepublik...
Mohamed steht also nur im jemenitischen Pass, die Geburtsurkunde und der deutsche Pass bleiben von der Zumutung eines deutschen Namens "verschont".

Die Vermutung drängt sich auf, dass Al-Wazir die ganze Geschichte erfunden hat. Dass ein Standesbeamter den für deutsch Ohren absolut nicht weiblich klingenden Namen "Tarek" nur mit Zweitnamen akzeptieren will - unwahrscheinlich. Dass ein in Deutschland quasi erzwungener Zweitname weder in der Geburtsurkunde, noch im (später ausgestellten) deutschen Pass erscheint - unmöglich. Dass im jemenitischen Pass als Zweitname der Name des Vaters eingetragen ist, sehr wahrscheinlich - arabische Namen bestehen häufig aus Namensketten, die neben dem Namen des Vaters auch den des Großvaters und des Urgroßvaters enthalten können, wie "Hadschi Halev Omar ben Hadschi Abdul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah" um mal ein bekanntes Beispiel zu nennen.

Und selbst wenn die Geschichte wahr sein sollte, sagt sie mehr über Tarek Mohamed Al-Wazir aus, als über die frühe Bundesrepublik. Der grüne Spitzenkandidat beschwert sich, automatisch die Staatsangehörigkeit seines Vaters zu erhalten ("vorsintflutlich"), hält es aber für völlig selbstverständlich, dass bei der Namensgebung der mütterliche deutsche Anteil seiner Herkunft völlig unter den Tisch fällt.

Sonntag, 6. Januar 2008

The Union Jack - redesigned

Mal ein Integrationsversuch der anderen Art: Das Vereinigte Königreich will Wales integrieren.
Der kleinen Teilstaat im Süden, mit der unverständlichen Sprache und dem häßlichen Prinzen ist im Union Jack einfach vergessen worden.

England, Schottland und Nordirland werden durch das jeweilige Kreuz ihres Nationalheiligen vertreten.

Englands Design, rote St. Georgskreuz auf weißem Grund stammt aus der Zeit der Kreuzzüge, Schottlands Flagge (die Saltire) zeigt das Kreuz von St. Andrew. Beide Kreuze bildeten 1606 den ersten Union Jack.

1801 kam für Irland das rote diagonale St. Patrickskreuz dazu, obwohl St.Patrick als Nicht-Märtyrer gar kein eigenes Kreuz hatte und auch auf der nordirischen Flagge, der "Red Hand Flag of Ulster" kein diagonales Kreuz zu finden ist.

Seit 1801 sieht der Union Jack also so aus:


Es fehlt die Flagge von Wales, der "Rote Drache", walisisch "Y Ddraig Goch":




Da eine so wichtige Aufgabe wie die Neugestaltung der Nationalflagge keinesfalls britischen Designern überlassen werden sollte, fragte der Telegraph seine Leser nach ihren Vorstellungen. Hier einige Beispiele:


Dezente Einbindung des Roten Drachen...






... oder einer -in Japan- bekannten Mangafigur




Porree ist ein Symbol für Wales; Nordirland ist durch die -grünen- Lauchspitzen vertreten; gleichsam eine symbiotische Beziehung zwischen Wales und Ulster


The Flag of Whales - ein schöner Vorschlag aus Wales, aber eher regional brauchbar


St. Georg, der Patron Englands, bekämpft den walisischen Drachen ( von "Dave", aus England?)


Walisische Träume



Gerechte Aufteilung?


Seperate, but equal